Die alte Textilfabrik stand seit Jahren leer. Zu groß für Wohnungen, zu klein für große Industrie. Für uns war sie perfekt.
Drei Handwerker ohne festen Raum, aber mit einer klaren Idee: Werkstätten sollten keine einsamen Garagen sein. Sie sollten Orte sein, an denen Wissen fließt und Menschen zusammenarbeiten.
Wir haben selbst renoviert. Wände herausgerissen, Elektrik neu verlegt, Böden geschliffen. Nicht weil wir Geld sparen wollten, sondern weil wir verstehen wollten, wie dieser Raum funktioniert.
Die ersten fünf Mitglieder waren Freunde. Dann kamen Menschen, die wir nicht kannten. Keramiker, Buchbinder, Fahrradbauer. Die Warteliste wuchs schneller als erwartet.
Wir betreiben drei Standorte in deutschen Städten. 47 feste Mitglieder, dazu Tagesgäste und Projekträume. Die Struktur ist gewachsen, aber die Idee ist dieselbe geblieben.
Kein Co-Working-Startup mit Venture Capital. Keine Design-Workshops für Firmenkunden. Nur Handwerker, die Raum brauchen, und eine Infrastruktur, die das möglich macht.
Die Keramikerin hat genauso viel Mitspracherecht wie der Metallbauer. Entscheidungen über die Werkstatt treffen wir gemeinsam in monatlichen Versammlungen.
Die Miete deckt Raumkosten, Versicherung und Grundausstattung. Keine versteckten Gebühren, keine Überraschungen am Jahresende.
Wir wollen keine schnellen Exits. Die Werkstatt soll in zehn Jahren noch existieren, mit Menschen, die hier arbeiten können, ohne Angst vor Gentrifizierung oder Kündigung.
Werkstattkoordination
Matthias Berger
Tischler, kümmert sich um Maschinenwartung und Raumbelegung
Mitgliederverwaltung
Sarah Klein
Buchbinderin, verantwortlich für neue Bewerbungen und Verträge
Gebäudeverwaltung
Daniel Fuchs
Metallgestalter, hält die Infrastruktur am Laufen
Handwerk verschwindet aus den Städten. Nicht weil es keine Nachfrage gibt, sondern weil es keinen Platz mehr hat. Gewerbemieten steigen, alte Werkstätten werden zu Lofts umgebaut, und wer als Einzelperson arbeitet, kann sich keine eigene Halle leisten.
Wir glauben, dass Städte Orte brauchen, an denen echte Dinge entstehen. Nicht nur Dienstleistungen, nicht nur digitale Arbeit. Tische, Schalen, Skulpturen, Fahrräder.
Das ist keine Nostalgie. Es ist eine praktische Notwendigkeit.