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Wie alles begann

Gemeinschaftswerkstatt mit verschiedenen Arbeitsbereichen

2018: Eine leere Fabrikhalle

Die alte Textilfabrik stand seit Jahren leer. Zu groß für Wohnungen, zu klein für große Industrie. Für uns war sie perfekt.

Drei Handwerker ohne festen Raum, aber mit einer klaren Idee: Werkstätten sollten keine einsamen Garagen sein. Sie sollten Orte sein, an denen Wissen fließt und Menschen zusammenarbeiten.

Das erste Jahr

Wir haben selbst renoviert. Wände herausgerissen, Elektrik neu verlegt, Böden geschliffen. Nicht weil wir Geld sparen wollten, sondern weil wir verstehen wollten, wie dieser Raum funktioniert.

Die ersten fünf Mitglieder waren Freunde. Dann kamen Menschen, die wir nicht kannten. Keramiker, Buchbinder, Fahrradbauer. Die Warteliste wuchs schneller als erwartet.

Heute

Wir betreiben drei Standorte in deutschen Städten. 47 feste Mitglieder, dazu Tagesgäste und Projekträume. Die Struktur ist gewachsen, aber die Idee ist dieselbe geblieben.

Kein Co-Working-Startup mit Venture Capital. Keine Design-Workshops für Firmenkunden. Nur Handwerker, die Raum brauchen, und eine Infrastruktur, die das möglich macht.

Keine Hierarchien

Die Keramikerin hat genauso viel Mitspracherecht wie der Metallbauer. Entscheidungen über die Werkstatt treffen wir gemeinsam in monatlichen Versammlungen.

Transparente Kosten

Die Miete deckt Raumkosten, Versicherung und Grundausstattung. Keine versteckten Gebühren, keine Überraschungen am Jahresende.

Langfristig denken

Wir wollen keine schnellen Exits. Die Werkstatt soll in zehn Jahren noch existieren, mit Menschen, die hier arbeiten können, ohne Angst vor Gentrifizierung oder Kündigung.

Wer das organisiert

Werkstattkoordination

Matthias Berger

Tischler, kümmert sich um Maschinenwartung und Raumbelegung

Mitgliederverwaltung

Sarah Klein

Buchbinderin, verantwortlich für neue Bewerbungen und Verträge

Gebäudeverwaltung

Daniel Fuchs

Metallgestalter, hält die Infrastruktur am Laufen

Warum wir das machen

Handwerk verschwindet aus den Städten. Nicht weil es keine Nachfrage gibt, sondern weil es keinen Platz mehr hat. Gewerbemieten steigen, alte Werkstätten werden zu Lofts umgebaut, und wer als Einzelperson arbeitet, kann sich keine eigene Halle leisten.

Wir glauben, dass Städte Orte brauchen, an denen echte Dinge entstehen. Nicht nur Dienstleistungen, nicht nur digitale Arbeit. Tische, Schalen, Skulpturen, Fahrräder.

Das ist keine Nostalgie. Es ist eine praktische Notwendigkeit.